Vom Spital zum Bürgerheim:
„Ein Ort für die sechs Werke der Barmherzigkeit“
Das Spital bildet neben Schloß, Wilhelmsstift, Pfleghof und
Evangelischem Stift eine der großen, zusammenhängenden
Gebäudegruppen der Tübinger Altstadt. Sein Gebiet wird
begrenzt vom Ammerkanal, der Schmiedtorstraße, dem Herzoglichen
Fruchtkasten und dessen Kelter und im Osten vom Saumarkt, der heute
„Bei der Fruchtschranne“ heißt.
Diese wichtigste soziale Einrichtung der Stadt wurde wahrscheinlich
im 13. Jahrhundert gegründet und ging im Laufe des 14. Jahrhunderts
aus geistlicher in städtische Verwaltung über.
In einem Bettelbrief von 1291 wird gesagt, “daß hier
Arme aufgenommen werden, Hungernde und Dürstende Speise und
Trank erhalten, Reisende Unterkunft finden, Kranke besucht werden,
arme Frauen bei der Geburt von Kindern Fürsorge erfahren, Findelkinder
aufgezogen...(d.h.) die sechs Werke der Barmherzigkeit ausgeübt
werden.
Textquelle: Das Tübinger Stadtbild im Wandel
Von Udo Rauch, Tübingen 1994
Am 15. Mai 1999 wurde das Bürgerheim als Dienstleistungszentrum
der Altenhilfe Tübingen gGmbH wiedereröffnet.
Mit einem Aufwand von 7,5 Millionen Mark von Grund
auf saniert, bietet es künftig stationäre wie auch ambulante
Pflege für die ältere Bevölkerung. Auch eine gut
besuchte Tagespflege befindet sich in diesem Gebäude. Dank
dem großzügigen Vermächtnis zweier Bürger/innen
konnte in dem Haus ein ansprechendes Tagescafe eingerichtet werden,
das als Begegnungsstätte zwischen Jung und Alt dient.
Es liegt inmitten der Stadt, in einer verkehrsberuhigten
Zone. Vom Balkon aus, können die BewohnerInnen am pulsierenden
Stadtgeschehen teilhaben.
Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einen Eindruck
vom Bürgerheim vermitteln.
|